
“Man will ja niemanden enttäuschen.”
“Eigentlich will ich doch ein helfendes Herz haben.”
„Ich kann doch jetzt nicht Nein sagen…“
„Jesus hätte das sicher auch getan.“
Hand aufs Herz: wir Europäer sind sehr schlecht im Nein sagen! Nein zu sagen kann so schwer sein. Viele Leute leiden, weil sie nicht Nein sagen können und denken, dass das so sein muss als „guter Christ“. Ja, Nein zu sagen ist manchmal schwer, aber wir müssen es tun, wenn wir gesund leben wollen.
Ich teile in diesem Blog 4 Tipps, die dir helfen, in den richtigen Situationen Nein zu sagen.
1) Ein starkes Ja haben.
Dort wo wir genau wissen, was wir wollen und zu einer Sache ein starkes Ja haben, fällt es uns einfacher, zu weniger wichtigen Dingen Nein zu sagen.
Wenn ich ein starkes Ja für meine Familie habe, fällt es mir einfacher zu einer Terminanfrage Nein zu sagen, weil ich weiss, was mir wirklich wichtig ist.
Jesus hatte ein starkes Ja für seinen Auftrag. Er hätte wahrscheinlich jeden Abend bei Leuten übernachten können. Trotzdem zog er weiter an die Orte, an die er gehen wollte und musste. Enttäuschte er damit Menschen? Ja. Tat er es trotzdem? Ja.
Jesus nahm sich auch immer wieder Zeit, um alleine mit dem Vater zu sein. Vermutlich warteten in diesem Moment viele darauf, dass sie von Jesus geheilt würden. Aber sein starkes Ja für Gemeinschaft mit seinem Vater liess ihn zu diesen Bedürfnissen Nein sagen.
2) Ich bin nicht der Retter der Welt
Die Welt dreht sich auch ohne mich weiter. Ich muss die Welt nicht retten. Was ich geben kann, können auch andere geben. Das zu realisieren kann sehr befreiend sein.
Gewisse Leute denken sie sterben, wenn wir uns nicht um sie kümmern. Das stimmt fast nie. Und wenn es noch stimmen würde, bräuchten sie ohnehin professionelle Hilfe, weil dann unsere Kompetenz überschritten wäre.
Niemand von uns ist der Retter der Welt. Gott hat noch eine Menge andere Leute, die er auch gebrauchen kann. Zu denken, ich müsse jedes Problem lösen, ist schon fast stolz. Sich dem bewusst zu sein, wird dir helfen ein gesundes Nein zu entwickeln.
3) Ich kann Leuten am besten dienen, wenn es mir gut geht.
Jesus sagte ich solle meinen Nächsten lieben, wie mich selbst. Wenn ich also mich selbst nicht liebe, kann ich meinen Nächsten auch nicht lieben.
Genau das Selbe gilt mit dem Dienen an dem Nächsten. Ich kann ihm nur so gut dienen, wie es mir gut geht.
Wenn ich auf meine Zeit in der Gegenwart Gottes verzichte, um anderen zu dienen, werde ich früher oder später den Menschen nicht mehr wirklich gut dienen können. Nein zu sagen, um mich zu schützen, wird schlussendlich dazu führen, dass ich meinem Nächsten besser dienen kann.
4) Menschen zu enttäuschen ist keine Sünde.
Jemanden zu enttäuschen ist keine Sünde. Gewisse Leute tun manchmal so, als ob dem so wäre, aber es stimmt nicht. Ich bin für mein Leben und mein Herz verantwortlich. Wenn ich durch ein Nein meine Kraft oder mein Herz schütze und dadurch jemanden enttäusche, ist das nicht Sünde, sondern schlicht und ergreifend die Freiheit, die jeder hat und die es zu respektieren gilt.
Gesund Nein sagen
Mein Nein kann ungesund bzw. zu einer Ausrede werden. Der Heilige Geist hat jederzeit das Recht, in mein Leben zu reden. Wenn ich keine Kraft mehr habe und Nein sagen möchte, er mich aber ermutigt etwas zu tun, werde ich es tun, weil ich weiss, dass er mich immer gut beratet. Wenn ich diese Offenheit nicht mehr habe, wird mein Nein ungesund und kann zu einer Ausrede werden, um dem Heiligen Geist nicht gehorsam zu sein.
Ich bin mir sicher, dass du für dich herausfinden wirst, was ein gesundes Nein ist.