
Du kennst sicher solche Videos: Atheisten, die die Bibel zerlegen und über den Evolutionsprozess Gott für unnötig erklären. Das mündet dann im Fazit: “Alles Humbug! Kein vernünftiger Mensch kann heute noch an Gott glauben.”
Auf der anderen Seite stehen Influencer, die Gott «beweisen»: ein Mix von Archäologie, Kosmologie und Schöpferglaube, gepaart mit einigen Bibelstellen, die Gott ohne Wenn und Aber beweisen sollen.
Das ist natürlich etwas überspitzt. Aber die Frage bleibt.
Kann man Gott beweisen?
Die Frage drängt sich auf: Was sollst du und ich davon halten? Kann man Gott beweisen? Oder kann man die Existenz Gottes vielleicht widerlegen?
Es lebt sich wesentlich entspannter, so meine eigene Erfahrung, wenn man sich damit abfindet, dass Gott weder zu widerlegen noch zu beweisen ist.
Gott kann keinem Atheisten anbefohlen werden mittels vernünftiger Beweise – und Gott kann keinem gottesgläubigen Menschen genommen werden mittels rationaler Gegenbeweise.
Zwingende Beweise gibt es auf beiden Seiten nicht. Gott ist weder zu beweisen noch zu widerlegen. Gott bleibt eine Sache des Vertrauens, des Glaubens.
Die Frage nach dem Warum
Nun ist es aber so:
- Warum spricht uns die Schönheit von einem Sonnenuntergang an?
- Warum erleben wir erfüllende Beziehungen? Warum lieben wir?
- Warum sollten wir sicher sein, dass wir nicht in einer Simulation leben?
- Warum vertrauen wir unserer Vernunft?
- Warum sehnen wir uns nach Gerechtigkeit?
- Warum gibt es überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts?
Die letzten (oder ersten) Fragen nach dem Woher, Wozu und Warum unseres Lebens finden im Glauben an Gott einen Grund, eine Begründung.
Wie konsequent atheistisch einer Grund- und Haltlosigkeit entkommen wird, bleibt für mich fraglich. Endet man doch im unendlichen Regress (endloses Rückfragen). Konsequenterweise müsste jemand, der nicht an Gott glaubt, hier sagen: Letztlich finde ich dafür keine Begründung, keinen Grund.
Ein Grundvertrauen finden
An Gott zu glauben löst nicht alle Probleme und erklärt nicht alles, das ist klar. Aber der Glaube an Gott lässt uns Vertrauen fassen und Sinn erkennen: im Leben, in unserer Umwelt – ja, in der Wirklichkeit an sich. Wir finden Halt und Grund; wir finden ein vernünftiges Grundvertrauen.
Natürlich ist Gott damit nicht bewiesen. An Gott zu glauben ist aber keinesfalls irrational. Gottesglaube lässt sich vernünftig rechtfertigen, wenn sich auch Gott nicht beweisen lässt. Der Glaube an Gott ist eher «über-rational» (Hans Küng); er geht über das hinaus, was wir erklären und beweisen können.
Gottesglaube geht in der Vernunft nicht auf – Gott ist mehr, als wir über ihn wissen können, mehr als wir «beweisen» können. Was wir aber mit gutem Grund sagen können: Im Gottesglauben liegt Sinn und Licht, wir finden Halt.
Was machen wir nun damit?
Vielleicht geht es weniger darum, Gott zu beweisen.
Vielleicht geht es eher darum, sich auf Gott einzulassen und zu erfahren, wie er sich im Leben bewährt und bewahrheitet – und darin ein Grundvertrauen zu finden, das uns mit Gott, dem Schöpfer, verbindet.
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